Werbespot-Lexikon: Fachbegriffe verständlich erklärt
Hier findest du wichtige Begriffe aus Radio- und Audiowerbung mit einer kurzen Erklärung und dem Weg zur praktischen Anwendung.
Allonge
Austauschbarer Schluss eines Spots, z. B. mit Händleradresse; so entstehen viele lokale Fassungen aus einem Spot.
Beispiel: Ein gemeinsamer Hauptspot endet je nach Filiale mit „Jetzt in Augsburg“ oder „Jetzt in München“.
Reminder
Sehr kurzer Erinnerungsspot (5–10 s), der die Botschaft des Hauptspots wiederholt.
Beispiel: Nach einem ausführlichen Spot erinnert eine zweite kurze Fassung nur noch an Absender und Aktion.
Tandem
Hauptspot und Reminder im selben Werbeblock oder kurz nacheinander.
Beispiel: Ein fiktives Möbelhaus erklärt sein Angebot im Hauptspot und greift am Ende des Werbeblocks denselben Claim wieder auf.
Sponsoring-Hinweis / Presenter
Kurzer Hinweis „präsentiert von …“, gebunden an eine Rubrik wie Wetter oder Verkehr.
Beispiel: „Das Wetter präsentiert dir die fiktive Gärtnerei Morgenrot.“ Die zulässige Gestaltung klärst du mit dem Sender.
Funkspot
Anderes Wort für Radiospot.
Beispiel: Wenn der Sender einen Funkspot anfordert, ist damit hier die fertige Audiofassung deiner Radiowerbung gemeint.
Claim
Kurzer Markensatz am Ende eines Spots.
Beispiel: „Morgenrot. Mehr Grün für deinen Alltag.“ ist ein fiktiver wiederkehrender Markensatz.
Call to Action
Konkrete Aufforderung zur Handlung.
Beispiel: „Vereinbare jetzt deinen Probetermin auf unserer Website“ benennt einen konkreten nächsten Schritt.
Briefing
Kurze Klärung von Ziel, Zielgruppe, Botschaft und Pflichtangaben vor der Produktion.
Beispiel: Du hältst fest: lokale Familien erreichen, ein neues Angebot erklären und zum Beratungstermin einladen.
Musikbett
Musik, die unter der Stimme liegt.
Beispiel: Eine ruhige Instrumentalfläche trägt den gesprochenen Text, ohne dessen Wörter zu verdecken.
Ducking
Automatisches Absenken der Musik, während gesprochen wird.
Beispiel: Sobald die Stimme beginnt, wird das Musikbett leiser; in einer freien Schlussstelle kann es wieder mehr Raum bekommen.
Jingle
Kurzes wiedererkennbares Audioelement, gesprochen, gesungen oder musikalisch gestaltet, zum Beispiel als Senderkennung.
Beispiel: Ein kurzer gesprochener Sendername mit Musik markiert den Übergang zurück ins Radioprogramm.
Sound-Logo
Sehr kurze Tonfolge als akustisches Markenzeichen.
Beispiel: Eine wiederkehrende kurze Tonfolge kann am Ende mehrerer Spots derselben Marke stehen.
Mischung/Mix
Zusammenführen von Stimme, Musik und Effekten zu einer Datei.
Beispiel: Die Stimme wird gegenüber dem Musikbett so eingeordnet, dass auch leise Wörter verständlich bleiben.
Mastering
Letzter technischer Schritt: Lautheit und Klang für den Zielkanal.
Beispiel: Vor dem Versand prüfst du die fertige Mischung anhand der technischen Anlieferanforderungen des gebuchten Senders.
LUFS
Maßeinheit für empfundene Lautheit; Plattformen geben Zielwerte vor.
Beispiel: Zwei unterschiedlich dichte Mischungen werden anhand ihrer gemessenen integrierten Lautheit verglichen.
EBU R128
Europäische Empfehlung zur Lautheit im Rundfunk (−23 LUFS).
Beispiel: Fordert ein Sender EBU R128, lässt du die konkrete Werbespot-Liefervereinbarung samt Kurzformat-Vorgaben bestätigen.
True Peak (dBTP)
True Peak beschreibt den tatsächlichen Spitzenpegel einer Audiodatei. Der erlaubte Grenzwert richtet sich nach der Liefervereinbarung.
Beispiel: Ein Messgerät prüft am fertigen Export, ob der vom Empfänger vorgegebene maximale Spitzenpegel eingehalten wird.
Buyout
Gesondert vereinbarte Vergütung für bestimmte Nutzungsrechte einer Sprecheraufnahme. Medien, Gebiet und Laufzeit ergeben sich aus der Vereinbarung; „Buyout“ bedeutet nicht automatisch unbegrenzte Nutzung.
Beispiel: Ein Angebot kann eine Vergütung für ein Jahr regionale Radiowerbung enthalten; zusätzliche Online-Nutzung muss ausdrücklich mit abgedeckt sein.
Nutzungsrecht
Erlaubnis, eine Aufnahme in bestimmten Medien, Gebieten und Zeiträumen zu nutzen.
Beispiel: „Lokale Radiowerbung in Deutschland für ein Jahr“ ist ein anderer Umfang als eine weltweite dauerhafte Online-Kampagne.
GEMA-frei
Die Bezeichnung beschreibt einen Aspekt der Rechteverwaltung. Der konkrete Lizenzumfang für Werbung, Länder und Laufzeit muss gesondert geprüft werden.
Beispiel: Ein Musiktitel kann entsprechend gekennzeichnet sein und trotzdem eine Lizenz für seine Nutzung im Werbespot benötigen.
Host-Read
Werbung, die der Podcaster selbst spricht, meist frei nach Stichpunkten.
Beispiel: Die Moderatorin eines Podcasts stellt ein Angebot selbst anhand freigegebener Kernaussagen vor.
SAI / DAI
Streaming bzw. Dynamic Ad Insertion: Werbung wird beim Abspielen in den Podcast eingefügt.
Beispiel: Ein Werbeplatz in einer Podcastfolge kann bei späteren Abrufen mit einer anderen Kampagne belegt werden.
C2PA
Offener Standard für maschinenlesbare Herkunftsnachweise in Mediendateien.
Beispiel: Eine exportierte Datei kann einen prüfbaren Herkunftsnachweis enthalten. Ob er vorhanden ist, wird an dieser Datei kontrolliert.
Sendeprotokoll
Nachweis des Senders, wann ein Spot gelaufen ist.
Beispiel: Nach einer Kampagne dokumentiert der Sender die tatsächlichen Ausspielungen mit Datum und Uhrzeit.
Simulcast
Gleichzeitige Ausstrahlung eines UKW-Programms im Internet-Stream.
Beispiel: Derselbe Radiobeitrag läuft zeitgleich über UKW und im Webstream des Senders.