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Radiospot texten: So schreibst du fürs Ohr

Ein Radiospot wird einmal gehört, nebenbei und ohne Zurückspulen. Deshalb gilt: eine Botschaft, kurze Sätze, der Name früh und am Ende noch einmal, eine einzige Kontaktangabe, die man sich merken kann.

Acht Regeln fürs Ohr

  1. Eine Botschaft pro Spot. Mehr Informationen bedeuten nicht mehr Wirkung.
  2. In den ersten drei Sekunden muss klar sein, für wen das ist: eine Frage, ein Geräusch, eine Situation.
  3. Der Name kommt mindestens zweimal, früh und am Schluss.
  4. Kurze Sätze, höchstens zwölf Wörter als redaktionelle Faustregel. Ein Gedanke pro Satz.
  5. Eine Kontaktangabe. Die Website ist meist leichter zu merken als die Telefonnummer. Wenn es eine Telefonnummer sein muss, dann zweimal oder als merkbare Folge.
  6. Für das Ohr schreiben: „vier“ statt „4“, „Industriestraße vier“ statt „Industriestr. 4“.
  7. Atmen lassen. Höchstens neunzig Prozent der Sekunden als Planungsziel mit Sprache füllen. Musik und Pausen brauchen Platz.
  8. Der Schluss ist eine Handlung, kein Slogan. Der Claim darf danach kommen.

Diese Regeln helfen beim Entwurf. Sie sind keine gemessenen Wirkungswerte und ersetzen nicht das Anhören der konkreten Aufnahme.

Wie viel Text in 10, 20, 30 und 60 Sekunden passt

Die gebuchte Länge ist das Ziel. Wie viele Wörter hineinpassen, hängt von Stimme, Aussprache, Tempo und Pausen ab. Nutze die bestehende Längenhilfe für Richtwerte und miss anschließend die tatsächliche Fassung im Vorhören. Eine Zeichenzahl ist kein Nachweis der Audiodauer.

Vom Zeitfenster zur Textentscheidung
Geplantes ZeitfensterWas du priorisierstWas du prüfst
10 SekundenName, Anlass, ein klarer HinweisBleibt der Hinweis ohne Vorwissen verständlich?
20 SekundenEine Aktion mit erkennbarem NutzenPasst die Einladung ohne Hast?
30 SekundenSituation, Angebot, Beleg, HandlungBleibt Raum für Pausen und Schluss?
60 SekundenMehr Erklärung bei weiterhin einer LeitideeTrägt der Gedanke die gesamte Fassung?

Zahlen, Preise und Adressen richtig schreiben

Schreib aus, was wirklich gesprochen werden soll. Prüfe besonders Ziffernfolgen, Markennamen und Sonderzeichen im Vorhören. Zahlen in einem Briefing können korrekt sein und trotzdem falsch klingen.

Vom sichtbaren Text zur hörbaren Form
Im AusgangstextIm Sprechtext
Industriestr. 4Industriestraße vier
Mo–SaMontag bis Samstag
beispiel-shop.debeispiel minus shop punkt de; nur eine tatsächlich erreichbare Adresse einsetzen
TelefonnummerZiffern in verständlichen Blöcken mit Pausen; keine Abkürzung der echten Nummer
Preis oder NachlassDen bestätigten aktuellen Wert hörbar ausschreiben; keine Zahl aus einer alten Vorlage übernehmen
Ungewöhnlicher NameAussprache im Briefing erklären, im Ergebnis gesondert anhören

Vom Flyer zum Spot

Beispiel, erfundener Absender: Küchen Lindner in Musterstadt. Der fiktive Flyer nennt Ausstellungsküchen, Herbstberatung, Aufmaß, Montage, Gerätemarken, Öffnungszeiten und mehrere Kontaktwege. Für den Spot bleibt eine Botschaft: die Herbstberatung für die nächste Küche. Aufmaß und Montage werden nur erwähnt, wenn sie tatsächlich zum bestätigten Angebot gehören. Finanzierungsdetails und die ganze Markenliste bleiben außerhalb des Spots.

„Ihre Küche ist älter als Ihr Auto? Dann wird es Zeit für neue Ideen. Bei Küchen Lindner in Musterstadt beginnt die Herbstberatung für Ihre nächste Küche. Schauen Sie sich unsere Ausstellung an und sprechen Sie mit uns über Ihre Wünsche. Küchen Lindner, Industriestraße vier. Kommen Sie vorbei. Wir planen – Sie kochen.“

Regie: freundlich, normales Tempo, eine kurze Pause nach der Einstiegsfrage. Der Text ist ein ungemessener Entwurf, keine bestätigte Sekundenfassung. Der fiktive Absender und sämtliche Angebotsangaben müssen vor einer Nutzung ersetzt beziehungsweise überprüft werden.

Kürzen ohne Verlust

Beim Kürzen verschwinden zuerst Nebenideen und dann der Einstieg. Botschaft, Name und die eine Handlung bleiben. Die folgenden Zielzeiten sind Arbeitsaufträge; es liegen dafür keine Audiomessungen vor.

Drei fiktive Entwürfe mit unterschiedlichem Zielumfang
ZielTextentwurf
30 Sekunden, ungemessenDie längere Fassung steht im Flyer-Beispiel oben. Sie führt von der Alltagssituation zur Einladung.
20 Sekunden, ungemessen„Neue Ideen für Ihre Küche? Bei Küchen Lindner in Musterstadt beginnt die Herbstberatung. Entdecken Sie unsere Ausstellung. Küchen Lindner, Industriestraße vier. Kommen Sie vorbei. Wir planen – Sie kochen.“
15 Sekunden, ungemessen„Herbstberatung bei Küchen Lindner. Entdecken Sie unsere Küchenausstellung in Musterstadt, Industriestraße vier. Küchen Lindner. Kommen Sie vorbei.“

Erst die Aufnahme zeigt, welche Fassung zur gebuchten Dauer passt. Kürze erneut, wenn die Einladung nur durch beschleunigtes Sprechen hineinpasst.

Die fünf häufigsten Fehler

Typische Textfehler und die passende Korrektur
FehlerBesser
Der ganze Flyer wird vorgelesenEin Angebot auswählen, den Rest auf die Website
„Wir sind Ihr kompetenter Partner für …“Was der Hörer davon hat, in einem Satz
Drei KontaktwegeEinen
Zu viel Text für die LängeKürzen statt schneller sprechen
Pflichthinweise im SchnellsprechErforderliche Angaben vorab klären und deutlich sprechen

Mit dem Text weiterarbeiten

Hol dir die Briefingvorlage als TXT oder als bearbeitbare DOCX-Datei. Weitere Radiospot-Beispiele zeigen andere Anlässe. Im Generator prüfst du anschließend die konkrete Fassung mit ihrer Stimme und ihrem Tempo.

Häufige Fragen

Wie viele Wörter passen in einen Radiospot?

Nutze die Längenhilfe als Orientierung. Entscheidend ist die gemessene Aufnahme mit der gewählten Stimme, den Pausen und dem tatsächlichen Tempo; eine Wortzahl allein bestätigt keine Sendelänge.

Muss ich jede Zahl ausschreiben?

Schreib vor allem mehrdeutige Zahlen und Ziffernfolgen so, wie sie gesprochen werden sollen. Prüfe das Ergebnis trotzdem im Vorhören, besonders bei Telefonnummern, Adressen und fremdsprachigen Namen.

Darf ich die fiktiven Texte als Ausgangspunkt verwenden?

Ja. Ersetze Absender und Angaben durch deine eigenen bestätigten Informationen. Kontrolliere Aussprache, Nutzungsrechte, erforderliche Hinweise und die echte Audiodauer vor dem Einsatz.